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Eine alte Dame mit einem Hang zu Helden und Weihnachtsliedern

Die Stromburg im elften und zwölften Jahrhundert

Entrée
Entrée

Ihre erste urkundliche Erwähnung fand die Schutzburg im Jahre 1056, als sich Graf Berthold von Stromburg in einen Streit der Abtei St. Maximin zu Trier mit ihren Schirmvögten einmischte.

Im zwölften Jahrhundert ließ der Mainzer Erzbischof unter anderem auch die Stromburg bis auf die Grundmauern zerstören.

Kaiser Friedrich der I., genannt Barbarossa, übertrug die Pfalzgrafenschaft am Rhein 1156 an seinen Halbbruder Konrad von Hohenstaufen. Unter den Staufern erstand die Stromburg stärker und mächtiger als zuvor.

Zahlreiche Ausschmückungen verliehen der Stromburg mehr den Charakter eines Schlosses. Noch heute heißt ihr Standort offiziell „am Schlossberg“.

Die nächsten 600 Jahre

Historische Mauerreste
Historische Mauerreste

Durch Erbfolgen und Eheschließungen wechselte die Stromburg in den Besitz der Welfen, später in jenen der Wittelsbacher, die fast 600 Jahre als Pfalzgrafen und später als Kurfürsten von der Pfalz regierten.

Die Stromburg wurde zeitlich begrenzt verschiedenen Burggrafen überantwortet. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Sagen, auch von so manchem Raubritter, der auf der Stromburg sein Unwesen trieb.

Der Deutsche Michel

Der Deutsche Michel
Der Deutsche Michel

Zu Ansehen verhalf der Stromburg jedoch ein anderer. Im Oktober 1574 erblickte Johann Michael Elias Obentraut auf der Stromburg das Licht der Welt. Als Reitergeneral in dänischen Diensten erlangte dieser weithin unter dem Namen „Deutscher Michel“ bekannte Offizier einen höchst ehrenvollen Ruf. 

In diese Zeit fiel ein weiterer beachtenswerter historischer Augenblick: 1590 erklang in der Hauskapelle der Stromburg zu Weihnachten erstmals ein Lied, verfasst vom Hauslehrer der Nachbarsburg Goldenfels: „Es ist ein Ros entsprungen.“

Die Burg im Dreißigjährigen Krieg

Historische Kanone im Burggarten von Lafers Stromburg
Historische Kanone

Den Dreißigjährigen Krieg und zahlreiche Besatzungen überstand die Stromburg fast unbeschadet. Erst im Frühjahr 1689 am Ende der orlean'schen Erbfolgekriege wurde sie in Schutt und Asche gelegt. Als gewaltiger Steinkoloss überdauerte die Ruine gut 150 Jahre.

In der Zwischenzeit war das Land wieder unter die Herrschaft Preußens gekommen. 

Friedrich Wilhelm IV

Freiheitslinde
Freiheitslinde

Unter König Friedrich Wilhelm IV, der viel für die Erhaltung und Wiedererrichtung rheinischer Burgen und Schlösser getan hatte, wurde die Stromburg wieder zum kulturhistorischen Mittelpunkt der umliegenden Dörfer und später – bis ins Jahr 1994 – zu einem rustikalen Ausflugsgasthaus.